berlin: Augspurg-Heymann-Preis 2011

Fußball ist ein Abbild der Gesellschaft

Walther-Ahrens
Foto: privat

Im Mai verleiht die Landesarbeitsgemeinschaft für Lesben in Nordrhein-Westfalen zum dritten Mal den »Augspurg-Heymann-Preis«. Im Jahr der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft wird die ehemalige Bundesliga-Fußballspielerin Tanja Walther-Ahrens aus Berlin für ihr engagiertes Eintreten gegen Homophobie im Fußballsport geehrt. Erste Preisträgerinnen waren die Schriftstellerin Mirjam Müntefering sowie die Schauspielerin und Entertainerin Maren Kroymann.

Walther-Ahrens hat als Stürmerin bei Tennis Borussia Berlin und Turbine Potsdam in der Bundesliga gespielt. Heute ist sie seit über zehn Jahren aktiv im SV Seitenwechsel, dem Frauen- und Lesbensportverein Berlin mit rund 800 Mitfrauen, davon 100 Fußballspielerinnen. Die Stürmerin hat erkannt, dass Fußball ein Abbild der Gesellschaft ist: »Wenn wir hier etwas ändern können, kann man vielleicht auch in der Gesellschaft etwas ändern«.

Die Sportwissenschaftlerin und Lehrerin engagiert sich auch über den Verein hinaus: Sie hält Vorträge zum Thema Homophobie im Sport, besucht Konferenzen, ist Abgesandte der European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF). Als solche hält sie auch den Kontakt zum DFB. Dessen Präsident Theo Zwanziger äußerte bei der Verleihung der Kompassnadel 2009 des Schwulen Netzwerks NRW, dass er alles, was er über Homophobie im Fußball wisse, von Tanja Walther-Ahrens erfahren habe.

Weil Mädchensport insgesamt zu kurz kommt, hat Walther-Ahrens außerdem in den Berliner Bezirken Kreuzberg und Friedrichshain fünf Fußball-AGs ins Leben gerufen. Im Februar 2011 ist ihr Buch »Seitenwechsel – Coming out im Fußball«  erschienen. Bereits 2008 erhielt sie zusammen mit Phillip Lahm und Theo Zwanziger den Tolerantia-Preis.

(Quelle: LAG Lesben)

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